Motorräder – rasende Lärmbelastung

Schon seit längerem beschweren sich die Bürger*Innen Schmittens über Motorradfahrer, die zu schnell und zu laut, zur Belastung werden.

Forderungen nach Streckensperrungen oder Geschwindigkeitsbeschränkungen stehen im Raum.

Wir, die SPD Schmitten, wurden vom Bundesverband der Motorradfahrer gefragt, wie wir dazu stehen. Natürlich ist es legitim, dass dieser die Interessen seiner Mitglieder vertritt.

Auf der anderen Seite haben wir den Bürger*Innen Schmittens gegenüber eine Verantwortung.

Aber auch hier gibt es Motorradfahrer*Innen.

Unzweifelhaft stellt der Lärm der Fahrzeuge, nicht nur der Motorräder, aufgrund der Tallage eine erhebliche Belastung dar, wobei hier sicher das subjektive Empfinden mehr noch als objektive Messwerte zum Tragen kommen.

Unseres Erachtens ist dabei aber weniger die gefahrene Geschwindigkeit maßgebend für die Lärmbelastung, sondern Beschleunigung und Drehzahl der Fahrzeuge.

Beide Parameter sind aber weder reglementiert noch sinnvoll zu messen.

Weder Geschwindigkeitsbeschränkungen noch Beschränkung Standgeräusch bringen hier tatsächlich etwas.

Beides würden wir eher als „Notwehr“ der Anwohner*Innen betrachten und es würde vermutlich einigen Fahrern den Spaß an der Strecke vermiesen.

Eine Sperrung würde zumindest sicher die Lärmbelastung reduzieren, wäre auch gut zu überwachen.

Und es würde auch die Lärmbelastung durch diejenigen Fahrer*Innen vermeiden, die vom Sandplacken nach unten bis kurz vor den Ortseingang Schmitten fahren, drehen und dann wieder hochheizen.

Mit allen Maßnahmen trifft man natürlich auch Schmittener Motorradfahrer*Innen.

Also gilt es abzuwägen.

Wünschenswert wären Verständnis bei den Fahrern*Innen, die z.B. auf neuralgischen Strecken „lärmreduziert“ fahren. Die Hoffnung darauf ist aber durch Erfahrungen bei den Bürger*Innen von Schmitten inzwischen äußerst gering.

Wir haben dem Bundesverband der Motorradfahrer den Wunsch eines Austauschs unterbreitet.

Welche Ideen bestehen dort, die Probleme zu lösen?  Welche Bereitschaft besteht, für eine positive Veränderung Verantwortung zu übernehmen und innerhalb des Verbands aktiv zu werden? Welches Interesse liegt vor, den „schwarzen Schafen“ in den eigenen Reihen Grenzen aufzuzeigen?

Wir möchten gemeinsam mit den Motorradfahrer*Innen Lösungen suchen, die sowohl diesen als auch den Bedürfnissen der Anwohner*Innen gerecht werden.

Und selbst wenn sich aus den Gesprächen keine Lösungen ergeben, kann man, so unsere Hoffnung,  Regeln erarbeiten, die die geringste Einschränkung bei größtmöglichem Nutzen darstellen.

Erst wenn dies scheitert, kommen für uns Verbote/Einschränkungen als ultima Ratio in Frage. Wenn alle sich nur noch mit Verboten gegenüber anderen Gruppen abschotten, kann unser Gemeinwesen nicht mehr funktionieren.

Also müssen wir alle wieder dahin kommen, dass wir kooperieren statt zu konkurrieren. Es gilt für alle, kompromissfähig und -bereit zu bleiben.